
Gerhard Barkhorn kam am 20.
Mai 1919 in Königsberg zur Welt. Er trat 1938 in die Luftwaffe ein
und wurde dem Jagdgeschwader 2 zugeteilt, mit welchem er an der Luftschlacht
um England teilnahm. In dieser Zeit gelang ihm kein einziger Abschuss,
dagegen wurde er zweimal Opfer englischer Piloten.
Einmal erreichte Barkhorn,
schon angeschossen gerade den Kanal, als ihn ein weiterer Angriff einer
"Spitfire" endgültig vom Himmel holte. Barkhorn stieg mit dem Fallschirm
aus. Zum Glück hatten Kameraden den Absturzort gesehen und konnten
gerade noch rechtzeitig ein deutsches Marineboot verständigen, um
Barkhorn aus dem Wasser zu holen. Ein englisches Boot war, als man den Piloten
an Bord zog nur noch wenige hundert Meter entfernt. Barkhorn stieg nach
diesem Zwischenfall nie mehr mit dem Fallschirm aus sondern landete seine
Maschine - im Laufe des Krieges noch achtmal - lieber auf dem Bauch.
Im August 1940 wurde Barkhorn
dem Jagdgeschwader 52 zugewiesen, wo ihm dann auch am 2. Juli 1941, auf
seinem 120. Feindflug (!) der erste Luftsieg gelang.
Am 23. August 1942 wurde
Barkhorn das Ritterkreuz verliehen, nachdem er 59 Gegner im Luftkampf besiegt
hatte. Fünf Monate später überschritt auch er den 100. Abschuss.
Am 11. Januar 1943 bekam
er für seinen 120. Luftsieg das Eichenlaub verliehen. Seinen 200.
Luftsieg erzielte Gerhard Barkhorn dann als fünfter Jagdflieger am
30. November 1943. Als Hauptmann Barkhorn dann am 13. Februar 1944 die
250 Abschüsse erreicht hatte, verlieh man ihm am 2. März die
Schwerter zum Ritterkreuz.
Inzwischen war Barkhorn
Gruppenkommandeur geworden und der erfolgreichste Jagdflieger der Luftwaffe.
Erich Hartmann lag ihm aber dicht auf den Fersen.
Im Sommer 1944 griff Barkhorn
auf seinem 6. Feindflug an diesem Tag eine Verband russischer Bomber an.
Durch die Strapazen der vorherigen Einsätze ermüdet, war Barkhorn
etwas unaufmerksam und so konnte sich eine russische "P-39 Airacobra" von
hinten an ihn annähern. Die Geschosse des Jägers durchlöcherten
die "Bf 109" Barkhorns und verwundeten ihn an Arm und Bein. Während
der vier Monate, die Barkhorn im Lazarett verbrachte holte Hartmann seinen
Rückstand auf und überholte Barkhorn.
Im Januar 1945 übernahm er für kurze Zeit die Führung über das JG 6 "Horst Wessel", bevor er zu dem von Adolf Galland geführten JV 44 stieß und hier den ersten Düsenjäger der Welt, die "Me 262" bis Kriegsende flog.