
Wilhelm Batz wurde am 21.5.1916 in Bamberg geboren. Im
Alter von 19 Jahren trat er der Luftwaffe bei und erhielt eine Ausbildung als
Jagdflieger. Er kam aber nicht zu einem Jagdgeschwader sondern tat zunächst
Dienst bei der Flugzeugführerschule (A/B) 23 in Kaufbeuren, danach bei einer
Jagdfliegerschule in Bad Aibling.
Mit Ausbruch des Krieges meldete er sich zur Frontverwendung, sein Gesuch wurde
jedoch abgelehnt. Am 1.11.1940 beförderte man Batz zum Leutnant.
Eine erneute Meldung zum Fronteinsatz brachte das gleiche
Ergebnis, Batz blieb bei der Ausbildungseinheit. Erst am 20.12.1942, nach weit
über 5000 Stunden als Fluglehrer, erfolgte seine Versetzung ins zweite Glied der
Front, zur 2./Ergänzungsjagdgruppe Ost. Dort bereitete sich Batz auf seine
Fronteinsätze vor.
Am 1. Februar 1943 war es soweit, er wurde Adjutant von Johannes Steinhoff, der
die II./JG 52 befehligte.
Batz hatte den "Dreh" schnell raus und konnte bereits am 11.3.1943 seinen ersten
Luftsieg erringen.
Bereits im Mai, Batz hatte bis dahin sieben Gegner bezwungen, übernahm er das
Kommando über die 5. Staffel des JG 52.
Seine Erfolge stiegen rasch an. Am 9.9. meldete er seinen 20. Abschuss, der 40.
folgte am 16.11, am 30.11. erreichte er den 50. Luftsieg und bis zum Ende des
Jahres 1943 hatte er mehr als 75 Gegner im Luftkampf besiegt.
Eine Erkrankung hielt ihn zu Jahresbeginn 1944 über 2 Wochen am Boden, dennoch
erreichte er nach etwas mehr als einem Jahr im Einsatz seinen 100. Luftsieg.
Zwei Tage später, am 26.3.1944, verlieh man Oberleutnant Wilhelm Batz das
Ritterkreuz, anlässlich seines 101. Luftsieges.
Kurze Zeit später, am 19.4.1944 übergab Günther Rall die III./JG 52 an den
aufstrebenden "Willi" Batz.
Am 31. Mai flog Batz sieben Einsätze und erzielte dabei seinen 141. bis 155.
Luftsieg, damit hatte er an diesem Tag 15 Gegner besiegt.
Im Juni flogen die Piloten der 3. Gruppe auch Einsätze über Rumänien, gegen die
9. US-Luftflotte, die vor allem die dortige Erdölindustrie auszuschalten
versuchte. Dabei gelang es Batz zwei der gefürchteten "Mustangs", sowie zwei
viermotorige Bomber abzuschießen.
Am 20. Juli 1944 erhielt Hauptmann Batz als 526. Soldat der Wehrmacht das
Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen.
Die magische Zahl von 200 Abschüssen erreichte er am 17. August 1944, fünf Tage
später erzielte er weitere 6 Abschüsse an einem Tag und baute sein Konto auf 208
Luftsiege aus.
Am 1.1.1945 übernahm Hauptmann Batz die II./JG 52, die in Ungarn lag und weiterhin immer
schwerer werdende Einsätze gegen die Luftwaffe der Sowjetunion flog. Bis dahin
hatte Batz 224 Abschüsse erzielt, bis Kriegsende kamen noch 13 Luftsiege dazu.
Bevor die russischen Panzer seine 2. Gruppe erreichten, verlegte Batz,
inzwischen zum Major befördert, sie über
Österreich in den süddeutschen Raum, wo sie sich den Amerikanern ergab. Der 2.
Gruppe blieb damit der Schicksal des restlichen Geschwaders, die sowjetischen Gulags, erspart.
Nicht eindeutig nachzuweisen ist die Verleihung der Schwerter zum Ritterkreuz, die laut
Zeugenaussagen am 21.4.1945 vorgenommen worden sein soll. Es gibt darüber
jedenfalls keine schriftlichen Dokumente, die aber durchaus in den Wirren der
letzten Kriegstage verschwunden sein können.
Wie viele seiner Kameraden trat Wilhelm Batz der neu
gegründeten Bundesluftwaffe bei und schaffte es dort bis in den Rang eines
Oberst.