
Im zweiten Weltkrieg standen nicht nur deutsche Piloten im Kampf an der Ostfront. Spanier, Finnen, Italiener und Rumänen standen an der Seite der Deutschen Truppen. Mit dem Angriff auf Russland stießen auch die Ungarn zu den Streitmächten der Achse. Ungarn war auf diesen Krieg nicht vorbereitet und so besaß die ungarische Luftwaffe 350 Flugzeuge. Diese waren jedoch allesamt total veraltet und heruntergekommen. Im Jahr 1943 erhielten die ungarischen Piloten dann deutsche Bf 109 G, mit denen sie sich an den Luftkämpfen im Süden der Ostfront beteiligten.
Gyorgy Debrody hatte kurz vorher, im Jahre 1942, seine Ausbildung abgeschlossen und war zur 5/I. ungarische Jagdgruppe versetzt worden. Als nun die deutschen Flugzeuge eintrafen mussten die ungarischen Piloten schnellstens darauf eingewiesen werden. So kam Debrody zur 2. Gruppe des JG 51, wo er lernte mit der "Messerschmitt" umzugehen.
Nach der Ausbildung wurde Gyorgy Debrody zur 5/1 Jagdstaffel abkommandiert, wo er am 5. Juli 1943, während der Offensive bei Kursk, seinen ersten Luftsieg gegen eine La-5. In den ersten Augustwochen erreichte er seinen sechsten Luftsieg. Bis zum Ende des Jahres konnte er sich mit 16 Luftsiegen zum bislang besten ungarischen Jagdflieger entwickeln.
Ende Februar 1944 begleitete Debrody mit drei weiteren Piloten einen Verband von Ju 52, als einige russische Jaks auftauchten. Die Ungarn teilten sich. Eine Rotte blieb bei den Transportflugzeugen, während Debrody und sein Rottenflieger sich den Angreifern entgegen warfen. Debrody hatte sich hinter einen der Russen gesetzt, als er von einem anderen Gegner in den Motor getroffen wurde. Das Triebwerk blieb sofort stehen und Debrody flüchtete antriebslos im Sturzflug. Er schaffte es auf einer Wiese bruchzulanden. Nachdem er sein Flugzeug zerstört hatte, sah er, dass Miklos Kenyeres, der Rottenflieger Debrodys, die Jak, die seinen Rottenführer getroffen hatte, abschießen konnte. Debrody winkte zum Abschied, doch Kenyeres fuhr das Fahrwerk auf und landete bei seinem Vorgesetzten. Während sich russische Soldaten näherten, entledigten sich die beiden Piloten ihrer Fallschirme und dicken Pilotenjacken und zwängten sich in die enge Kanzel des schlanken Jagdflugzeuges. Kenyeres saß auf Debrodys Schoß und gemeinsam starteten die beiden die Maschine. Während Debrody die Seitenruderpedale bediente, bediente Kenyeres den Steuerknüppel. Auf diese kuriose Weise flogen die beiden bis zum Heimatplatz und landeten dort sicher.
Im Sommer 1944 kam Debrody zur 101. ungarischen Jagdgruppe, die von Aladar de Heppes befehligt wurde. Bei dieser Einheit traf Debrody auch auf amerikanische Gegner. Am 14. und 16. Juni gelang es ihm je eine P-38 "Lightning" abzuschießen. Im Juli schickte er zwei viermotorige B-17 "Flying Fortress" zu Boden, auch eine P-51 "Mustang" zählte zu seinen Opfern.
Am 16. November, auf seinem 240. Feindflug, beschoss er eine B-24 "Liberator" und brachte sie zum Absturz. Wenige Minuten später wurde seine Bf 109 von Geschossen durchsiebt. Ein Geschosssplitter drang in das Cockpit und Debrodys Körper ein. Trotz dieser schweren Verwundung im Magenbereich und des starken Blutverlustes, konnte der Pilot sein beschädigtes Flugzeug in der Nähe eigener Stellungen notlanden. Die Ärzte im Lazarett gaben nicht viel um sein Leben, dennoch kehrte Debrody wieder zu seiner Einheit zurück, wurde zum Hauptmann (Szazados) befördert und übernahm die Führung der Jagdgruppe 101/1. Hauptmann Debrody nahm jedoch an keinem Flugeinsatz mehr teil. Mit 26 Luftsiegen, darunter sechs Amerikanern, stand er an zweiter Stelle der ungarischen Jagdflieger.