Gordon M. Gollob




Gordon M. Gollob wurde am 16.6.1912 in Wien geboren. Damals trug er noch den Namen Gordon McGollob, da er schottische Abstammung hatte. McGollob meldete sich zu den österreichischen Luftstreitkräften und wurde dort 1936, im Rang eines Leutnants, Jagflieger und Jagdlehrer.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Gollob in die Luftwaffe übernommen. Auf Befehl des OKL jedoch musste er seinen schottischen Namen ablegen. Von nun an trug er den Namen Gordon M. Gollob.

Gollob nahm vom ersten Tag des Polenfeldzuges am Krieg teil. Zunächst war er als Zerstörer-Pilot bei der I./ZG 76 eingesetzt und flog die Me 110. Mit ihr erzielte er über Polen auch seinen ersten Luftsieg.
Nach weiteren Einsätzen als Kapitän der 3./ZG 76 über Norwegen, wechselte er zur Jagdwaffe. Ab Oktober 1940 tat er dann bei der 2. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 seinen Dienst, das am Ärmelkanal und über England eingesetzt war.
Im Sommer 1941 erfolgte dann die Verlegung des Geschwaders an die Ostfront. Gollob wurde Kommandeur der 2. Gruppe.

Am 18.9.1941 verlieh man Hauptmann Gollob anlässlich des 42. Luftsieges das Ritterkreuz. Dieser Verleihung folgten viele weitere Luftsiege. Genau einen Monat nach Erhalt des Ordens, am 18.10.1941 erzielte Gollob neun Luftsiege an einem einzigen Tag. So lies die Verleihung des Eichenlaubes auch nicht lange auf sich warten. Er erhielt es, als 38. Soldat der Wehrmacht, am 26.10.1941 für seinen 85. Abschuss.
Im Dezember verließ er das JG 3 und die Front. Er wurde zur Luftwaffenerprobungsstelle nach Rechlin abkommandiert, um dort an der Erprobung und Entwicklung neuer Waffen teilzunehmen.

Im Mai 1942 kehrte er dann an die Front zurück und übernahm das Kommando über das JG 77. Kurze Zeit später hatte er seinen 100. Luftsieg errungen. Er war der zehnte Jagflieger, dem das gelang und so verlieh man ihm die 13. Schwerter zum Ritterkreuz. Gut zwei Monate später hatte er eine Zahl von 150 Luftsiegen errungen und dafür, inzwischen zum Major befördert, am 30.8.1942 die 3. Brillianten verliehen bekommen.

Kurz darauf verlies er die Front endgültig und ab Oktober war er als Jafü 5 am Kanal eingesetzt. Diese Position hatte er bis April 1944 inne. Nebenbei war er Mitglied im Einsatzstab für moderne Jagdflugzeuge. Dort war er auf Grund seines technischen Wissens für die Planung zum Einsatz von Strahl- und Raketenjägern zuständig.
Während der Ardennenoffensive im Dezember 1944 war Gordon M. Gollob der Chef des Jäger-Sonderstabes, der die Einsätze der Jagdwaffe über dem Operationsgebiet in den Ardennen koordinierte.

Sein letztes Kommando übernahm Oberst Gollob am 31.1.1945. Er wurde Nachfolger von Adolf Galland als General der Jagflieger, der nach der sogenannten "Meuterei der Jagflieger" von diesem Amt entbunden wurde. Gollob war jedoch nicht Görings Wunschkandidat, denn eigentlich war Hajo Herrmann vorgesehen. Dennoch fiel die Wahl schließlich auf Gollob. Sein größtes Problem auf diesem Posten war, dass er nicht das Vertrauen und den Respekt der Jagdflieger hatte, wie Galland vor ihm. Adolf Galland sagte einmal über ihn: "Gollob war nicht gerade beliebt. Auch wenn er ein guter Jagdflieger und Diamantenträger war, hatte er keinen Charakter". Dennoch bekleidete er dieses Amt bis Kriegsende.


Gollob hatte auf 340 Feindflügen insgesamt 150 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Doch nicht nur
dies, sondern auch sein Einsatz bei der Entwicklung und Erprobung neuer Waffen
machten ihn zu einer wichtigen Persönlichkeit in der Deutschen Luftwaffe.

Gordon M. Gollob starb im Alter von 75 Jahren am 7. September 1987 in Sulingen.