
Hermann Graf wurde am 24. 10. 1912 in Engen, als jüngster Sohn eines Schmiedes geboren. Durch die ärmlichen Lebensbedingungen, mit denen er sich in seiner Jugend auseinander- setzten musste, konnte er keine Oberschule besuchen und so auch nicht Berufsoffizier werden. So legte er eine Lehre als Schmied ab und arbeitete später als Fabrikangestellter und Büroarbeiter.
Ab 1933 widmete er sich
dem Segelflug und 1936 wandte er sich dem Motorflug zu. Nebenbei machte
sich Hermann Graf als Fußballspieler einen Namen.
Als der Krieg ausbrach wurde
Graf als Angehöriger der Luftwaffenreserve einberufen und als Fluglehrer
an eine Jagdfliegerschule versetzt.
Als Graf im Juli 1941 als Feldwebel zur 9. Staffel des Jagdgeschwaders 52 an die Ostfront kam, begann seine kometenhafte Laufbahn. Am 3. August schoss Graf seinen ersten Gegner ab und lernte in den folgenden Monaten die russischen Piloten mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Graf spezialisierte sich darauf die russischen Piloten dort zu vernichten, wo sie am liebsten kämpften: in geringer Höhe. Das brachte ihm den Spitznahmen "König der Heckenspringer" ein. Seine schnell steigenden Abschusszahlen sorgten dafür, dass Graf noch vor Ablauf des Jahres 1941 zum Leutnant befördert wurde. Innerhalb der nächsten 9 Monate sollte er die vier höchsten Orden der Wehrmacht erhalten. Am 24. Januar 1942 erhielt Graf für seinen 42. Abschuss das Ritterkreuz verliehen, am 17. Mai für den 104. Luftsieg das Eichenlaub, bereits 2 tage später die Schwerter und am 9. September als fünfter Soldat der Wehrmacht die Brillanten für seinen 172. Abschuss.
Im Spätjahr 1942 flog Graf Einsätze über der Krim und über Stalingrad. Seine Staffel, zu deren Führer er, mittlerweile zum Hauptmann befördert, geworden war, war die letzte, die noch im Kessel von Stalingrad aushielt und viele Soldaten verloren die Hoffnung, als im Heeresfunk Grafs Stimme erklang und Worte "Karaya Eins meldet sich ab" aus dem Äther klangen.
Graf wurde Anfang 1943 am
Arm verwundet und zu Propagandaauftritten nach Deutschland befohlen worden.
Der "Held von Stalingrad" war zu dieser Zeit bei zahlreichen Fußballspielen
anzutreffen und auf beinahe allen Titelbilder zu sehen.
Nach seiner Genesung wurde
Graf mit der Führung des JG 50 betraut um gegen die Ströme der
amerikanischen Bomber zu kämpfen. Obwohl er relativ selten flog gelangen
ihm in dieser Zeit die Abschüsse von 10 US-Bombern, sowie die Vernichtung
einer "P-51 Mustang" durch Rammstoß.
Im Oktober 1944 kehrte Hermann Graf, mittlerweile zum Oberst befördert, wieder zum JG 52 zurück, um dessen Führung zu übernehmen. Als die Front endgültig zusammengebrochen war, waren alle Flugplätze des Geschwaders von der Heimat abgeschnitten worden. Graf wollte jedoch sich und seine Männer nur den Amerikanern anvertrauen. Der Oberst befahl alle Flugzeuge zu sprengen und alles sonstige Gerät zu zerstören. Dann zog das "Sturmregiment Graf" schlecht bewaffnet und auf eigene Nahrungsbeschaffung angewiesen durch Böhmen nach Bayern, bis es auf amerikanische Einheiten traf.
Die Amerikaner behandelten
die Männer gut, lieferten sie jedoch 10 Tage später an die Russen
aus.
Hermann Graf wurde, nachdem
die Russen ihn als den berühmten deutschen Fliegerhelden identifiziert
hatten, ebenso wie auch Erich Hartmann schwer misshandelt. Er kam
jedoch schon 1950 aus der Gefangenschaft frei und kehrte nach Deutschland
zurück.