
Geboren wurde Günther Lützow, von seinen engen Freunden auch "Franzl" genannt, am 4. September 1912 in Kiel. Dann besuchte er eine Klosterschule, um sich danach für den Beruf des Pfarrers zu entscheiden. Diese Entscheidung revidierte er jedoch wieder und so wurde er schließlich doch Soldat bei der Luftwaffe. Lützow ging mit der "Legion Condor" nach Spanien, wo er fünf Abschüsse verbuchen konnte. Nach seiner Rückkehr übernahm er die Ausbildungsleitung der Jagdfliegerschule 1. Im Mai 1940 übernahm Lützow, als frisch gebackener Hauptmann, die Führung der 1. Gruppe des Jagdgeschwaders 3 an der Westfront. Im August übernahm er schließlich den Posten des Geschwaderkommodores.
Nachdem er seinen 15. Luftsieg errungen hatte, erhielt Hauptmann Lützow am 19. September das Ritterkreuz. Lützow war als Geschwaderchef auch an der Luftschlacht um England beteiligt, wo er weitere Abschüsse erzielen konnte. Im Sommer 1941 verlegte das Geschwader an die Ostfront, wo Lützow, inzwischen Major, erneut erfolgreich blieb. Am 7. Juli 1941 wurde er anlässlich seines 42. Luftsieges mit dem Eichenlaub ausgezeichnet, am 11. Oktober und 50 Luftsiege später, folgte die Verleihung der Schwerter zum Ritterkreuz. Weitere zwei Wochen später folgte er Werner Mölders als zweiter Jagdflieger, der den 100. Abschuss melden konnte.
Seine Frontverwendung endete zunächst am 17. Mai 1942, als Adolf Galland Lützow zum Inspekteur der Jagdflieger ernannte. Im Januar 1945 war Oberst Lützow einer der herausragenden Köpfe der "Meuterei der Jagdflieger", die ihn bei Göring in Verruf brachte, doch das änderte nichts daran, dass er zum Sprecher der deutschen Jagdflieger ernannt wurde. Auch in dieser Stellung hielt Lützow dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe gnadenlos und offen vor, er hätte die Jagdwaffe missbraucht und nie Vertrauen in sie gehabt, was endgültig das Verhältnis zwischen ihm und Göring vergiftete. Göring drohte Lützow, dass er ihn vor ein Kriegsgericht stellen würde, dazu kam es jedoch nicht. Stattdessen verbannte ihn Göring auf den Posten des Jagdfliegerführers Italien. Dieser Posten war so abgelegen, dass Oberst Lützow somit regelrecht isoliert war. Etwas später folgte er der Einladung seines Freundes Adolf Galland folgte und zu dessen JV 44 stieß, wo er die Me 262 flog. Auf diesem Flugzeugtyp gelangen ihm noch 2 Luftsiege. Es waren sein 107. und sein 108. Abschuss.
Aus einem amerikanischen Einsatzbericht geht folgender Sachverhalt hervor:
Der B-26-Verband wurde von 16 P-47 begleitet. Diese griffen die vier
anfliegenden Me 262 an. Einer der Turbos ging in einen steilen Sturzflug, als
zwei der Jäger auf ihn einschwenkten, den er nicht mehr beendete. Die
"Schwalbe" schlug explodierend auf.
Es spricht viel dafür, dass es sich hierbei um Oberst Lützow gehandelt hat.