Walter Nowotny




Am 7. Dezember 1920 kam Walter Nowotny in Gmünd (Österreich) zur Welt. Zu Kriegsbeginn trat er als Freiwilliger in die Luftwaffe ein und kam nach erfolgter Ausbildung zur Ersatzstaffel des Jagdgeschwaders 54 "Grünherz", welche in Wien lag. Nach Ende der Jagdausbildung bei der Ersatzstaffel wurde er der neunten Staffel des Geschwaders zugeteilt.

Ähnlich wie Hans-Joachim Marseille war er nicht gerade derjenige, der sich um die Disziplin zu viele Gedanken machte. Oftmals verlies er seine Position in der Flugformation selbständig um anzugreifen, was ihm ebenso oft Verweise einbrachte.

Am Nordabschnitt der Ostfront

Seine ersten Abschüsse errang Nowotny am 19 Juli 1941, als er über der baltischen Insel Ösel drei russische Doppeldecker besiegte. Die russische Fliegerabwehr konnte ihm jedoch einen schweren Treffer in den Motor seiner "109" beibringen. Nowotny änderte den Kurs und flog auf die Ostsee hinaus, um lieber notzuwassern als den Russen in die Hände zu fallen. Er setzte einen Notruf ab und landete dann die Maschine auf der Ostsee. Nach drei Tagen im Schlauchboot erreichte er ohne fremde Unterstützung die Küste. Als ein Unteroffizier Nowotny ins Lazarett bringen wollte bestand der junge Leutnant darauf, das Auto selbst zu fahren. Er war jedoch so erschöpft, dass er von der Straße abkam, einen Baum rammte und sich eine Gehirnerschütterung zuzog.

Im September 1942 erhielt Nowotny das Ritterkreuz. Am 25. Oktober 1942 übernahm Nowotny die Führung der "Teufelsstaffel", der 9. Staffel JG 54 und wählte seinen besten Freund Karl "Quax" Schnörrer zum Rottenflieger. Am 1. Februar 1942 erfolgte seine Beförderung zum Oberleutnant.

Nowotnys Erfolgsschwarm

Von nun an stellte sich Nowotny seinen Schwarm zusammen, der zum berühmtesten der Luftwaffe werden sollte. Neben ihm selbst und "Quax" Schnörrer waren dies Anton Döbele und Rudolf Rademacher.

Am 15. Juni hatte Nowotny seinen 100. Abschuss erreicht, am 18. August bereits den 150. und am 24. September den 200. Luftsieg, worauf ihm am folgenden Tag das Eichenlaub verliehen wurde. Am 22. September 1943 folgten dann die Schwerter, als er es als erster Jagdflieger schaffte seinen 250. Gegner zu besiegen. Die Brillanten bekam Nowotny, inzwischen Hauptmann, am 19. Oktober 1943 als achter Soldat der Wehrmacht.

Im Jahr 1943 brachte es der eingespielte und Präzisionsarbeit leistende "Schwarm Nowotny" auf insgesamt fast 500 Abschüsse!

Der Alptraum

Die Dauerbelastung der vielen Feindflüge machte Nowotny allerdings schwer zu schaffen und ihn plagte immer wieder der gleiche Alptraum: Beim Angriff auf ein Flugzeug hinderte ihn eine Hand, die ihm anzeigte, dass er nun nach 281 Abschüssen genug hatte und sterben müsste. Der einzige, der das ernst nahm war "Quax", Nowotnys Freund und Rottenflieger.

Nowotny wurde vom Fronteinsatz freigestellt und nach einem Heimaturlaub mit der Führung eines Schulgeschwaders in Frankreich beauftragt.

"Kommando Nowotny" - die Me 262

Erst im Juli 1944 wartete wieder ein Fronteinsatz auf ihn, als er, zum Major befördert, mit der Bildung des "Erprobungskommandos Nowotny" betraut wurde, welches den Düsenjäger "Me 262" im Fronteinsatz erproben sollte. Seine Maschine war daran zu erkennen, dass sie in Erinnerung an die Einsätze beim JG 54 ein grünes Herz an der Seite trug.

Am 8. November befand sich Major Nowotny auf einem Feindflug gegen den Strom der alliierten Bomber. Er konnte drei feindliche "B-17" abschießen. In einem Luftkampf gegen Begleitjäger fiel ihm jedoch eines der Triebwerke aus und Nowotny löste sich aus dem Kampf um zu landen. Über dem Flugplatz von Achmer lauerte allerdings eine Meute alliierter Jäger und wartete auf landende Düsenjäger. Als sich Nowotny dem Flugplatz näherte stießen sie herab und schossen ihn ab.

Major Walter Nowotny konnte 258 bestätigte Abschüsse erzielen und liegt damit in der Rangliste der Jagdflieger auf fünfter Stelle.

Zählt man seine nicht bestätigten Abschüsse dazu,
es waren 23,
so kommt man auf 281 - Genau die Zahl, die in seinen immer wiederkehrenden Alpträumen vorkam!