
Günther Rall erblickte am 10. März 1918 im badischen Ort Gaggenau das Licht der Welt. Nachdem er sein Abitur abgelegt hatte, trat er 1936 als Offiziersanwärter dem Infanterieregiment 13 bei. Zwei Jahre später jedoch wechselte er zur Luftwaffe und begann seine Pilotenausbildung, die bis 1939 dauerte. Danach wurde er der 8. Staffel des Jagdgeschwaders 52 zugeteilt. Am 12. Mai erzielte Günther Rall seinen ersten Luftsieg über Frankreich. Während die Luftschlacht um England anlief verlor das Geschwader seinen Kommodore, sowie zwei Staffelführer. Da nicht schnell genug Ersatz bereitstand wurde Oberleutnant Rall mit 22 Jahren Kapitän seiner Staffel.
Das JG 52 wurde später
vom Kanal wegverlegt, um sich zu reorganisieren und später im
Süd-Osten, auf dem Balkan und über Kreta zum Einsatz zu kommen.
Als dann der Feldzug gegen
Russland begann verlegte das JG 52 in den Südabschnitt der Front und
unterstützte unter anderem die Offensive auf der Halbinsel Krim. Günther
Rall hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 36 Abschüsse auf seinem Konto.
Danach schien seine fliegerische
Laufbahn am Ende zu sein, als er nämlich am 28. November 1941 einem
angeschossenen russischen Flugzeug folgte und dabei von einem weiteren
Jäger abgeschossen wurde. Bei der anschließenden Bruchlandung
zog sich Rall einen dreifachen Bruch der Wirbelsäule zu. Seinem eisernen
Willen hatte er es zu verdanken, dass er "nur" etwa sechs Monate ans Bett
gefesselt blieb und bereits im August 1942 wieder zu seiner Staffel zurückkehren
konnte. Bereits am 3. September wies seine Bilanz 65 Luftsiege auf, worauf
Günther Rall das Ritterkreuz verliehen wurde. Anlässlich seines
100. Luftsieges bekam er am 26. Oktober das Eichenlaub. In den folgenden
Monaten kämpfte das JG 52 über der weiten russischen Steppe um
Stalingrad, im Kaukasus, im Kuban-Gebiet und bei Kursk. Hierbei wuchsen
Ralls Abschusszahlen immer weiter an.
Im
April 1943 war Rall zum Hauptmann befördert worden und mit der Führung
der 3. Gruppe des JG 52 betraut.
Als er dann als dritter
Jagdflieger überhaupt die Marke von 200 Abschüssen überschritten
hatte verlieh man Rall am 12. September die Schwerter zum Ritterkreuz.
Nachdem er im Oktober 40
Luftsiege errungen hatte steig seine Abschusszahl schnell auf 250 an, was
vor ihm nur Walter Nowotny erreicht hatte.
Im Frühjahr 1944 verlegte
man Hartmann als Kommandeur der 2. Gruppe des JG 11 in den Westen, um am
Kampf gegen die alliierten Bomberströme teilzunehmen. Bis Ende des
Krieges, Günther Rall war noch zum Major befördert worden, brachte
er es auf 275 Abschüsse.
Heinz Bär bezeichnete
Günther Rall als einen unübertroffenen Schützen, der sich
meisterhaft darauf verstand perfekt vorzuhalten, um einen Gegner in sein
Feuer hineinfliegen zu lassen.
Im Jahr 1956 trat Günther
Rall in die neugegründete Bundesluftwaffe ein. Er gehörte zu
der Mannschaft, die den legendären "Starfighter" eingeführt hatte.
Von 1970 bis 74 war er,
inzwischen im Range eines Generalleutnants, Chef der Bundesluftwaffe.
