
Schon im Jahr 1935, als die Luftwaffe geboren wurde, trat ihr der am 3. März 1912 im thüringischen Großobringen geborene Hannes Trautloft bei. Der 22jährige Leutnant brachte es schnell zum Staffelkapitän der 1./135. Er gehörte 1936 zu den ersten sechs Luftwaffenpiloten, die in den spanischen Bürgerkrieg zogen. Zunächst flog er Doppeldecker vom Typ Heinkel He 51, worauf ihm 4 Abschüsse gelangen. Im weiteren Verlaufe dieses Krieges war Trautloft für die Fronterprobung der Bf 109 verantwortlich. Er legte durch seine Beurteilungen und Vorschläge den Grundstein für den späteren Masseneinsatz dieses Flugzeuges. Im Jahr 1937 war Trautloft einer der Piloten, die in der Schweiz den internationalen Alpenrundflug in der Kategorie "Dreier-Patrouille" mit der Bf 109 gewinnen konnten.
Bis Februar 1940 operierte die Gruppe selbstständig, dann wurde sie dem Stab des
JG 51, den Oberst Theo Osterkamp führte, unterstellt. Die Bezeichnung I./JG 20
blieb noch bis zum 5.7.1940 erhalten, danach wurde sie als III./JG 51 geführt.
Mit diesem Geschwader nahm
er am Frankreichfeldzug teil und schließlich an der "Luftschlacht
um England".
Am 25. August 1940 übernahm
er von Major Mettig das frisch aufgestellte JG 54, welches für immer
mit seinem Namen verbunden bleiben sollte.
Trautloft gab dem Geschwader
sein berühmtes Wappen, das grüne Herz mit weißer Umrandung.
Dieses wählte er, weil seine Heimat Thüringen durch seinen Reichtum
an Wäldern auch als das "Grüne Herz Deutschlands" bekannt war.
Das JG 54 wurde so als das "Grünherz-Geschwader" bekannt. Im Zuge
seiner Tätigkeit als Geschwader-Kommodore wurde Trautloft zum Major
befördert.
Als am 22. Juni 1941 der Angriff auf Russland begann, war das JG 54 einer der ersten Verbände über feindlichem Gebiet. An diesem Tag schoss Trautloft selbst einen russischen Bomber ab. In den ersten vier Tagen vernichtete das Geschwader über 500 feindliche Flugzeuge - also vier komplette Geschwader!
Am 27. Juni erhielt Trautloft,
nach seinem 20. Luftsieg, das Ritterkreuz verliehen.
Die Abschusserfolge des
Geschwaders stiegen beinahe kometenhaft an. Bis zum Februar 1943 konnte
es 3500 russische Flugzeuge abschießen.
Trautloft wird im allgemeinen als ein hervorragender Offizier beschrieben, der sein Geschwader beispielhaft führte. Er ordnete stets seine Wünsche den Problemen des Geschwaders unter. Trautloft hielt einen engen Kontakt zu seinen Piloten um sie anzuspornen und zu ermutigen.
Die Kommodore-Stelle bei "seinem" "Grünherz-Geschwader" war zweifellos der Zenit in seiner Laufbahn bei der Luftwaffe, denn als ihn Galland im Juni 1943 zum Jagdfliegerinspizient-Ost ernannte fand Trautloft diese Stelle nicht annähernd so befriedigend und ausfüllend wie seine Tätigkeit als Kommodore.
Im Verlauf des Jahres 1944
bemühte sich Trautloft zusammen mit Galland und Lützow um die
Bekämpfung der alliierten Bomberströme im Westen und der russischen
Luftwaffe im Osten des Reiches.
Zusammen mit Galland und
Lützow war auch Trautloft führend an der "Meuterei der Jagdflieger"
beteiligt. Er verlor wie die anderen "Meuterer" seinen Posten und wurde
zur 4. Flieger-Schul-Division strafversetzt, wo er bis Kriegsende blieb.

Nach dem Krieg stellte er sich ab 1.10.1957 als Brigadegeneral in den Dienst der Bundesluftwaffe. Dort war er zunächst als Kommandeur des Kommandos der Schulen der Luftwaffe eingesetzt, ehe er 1960 Chef des Luftwaffenführungsstabes wurde. Gleichzeitig hatte er den Posten des stellvertretenden Inspekteurs der Luftwaffe inne. 1962 wurde er auf den Posten des Kommandierenden Generals der Luftwaffengruppe Süd berufen, wo er am 30.6.1970 seinen Dienst als Generalleutnant beendete.