Hannes Trautloft




Schon im Jahr 1935, als die Luftwaffe geboren wurde, trat ihr der am 3. März 1912 im thüringischen Großobringen geborene Hannes Trautloft bei. Der 22jährige Leutnant brachte es schnell zum Staffelkapitän der 1./135. Er gehörte 1936 zu den ersten sechs Luftwaffenpiloten, die in den spanischen Bürgerkrieg zogen. Zunächst flog er Doppeldecker vom Typ Heinkel He 51, worauf  ihm 4 Abschüsse gelangen. Im weiteren Verlaufe dieses Krieges war Trautloft für die Fronterprobung der Bf 109 verantwortlich. Er legte durch seine Beurteilungen und Vorschläge den Grundstein für den späteren Masseneinsatz dieses Flugzeuges. Im Jahr 1937 war Trautloft einer der Piloten, die in der Schweiz den internationalen Alpenrundflug in der Kategorie "Dreier-Patrouille" mit der Bf 109 gewinnen konnten.

Einsätze vor dem Krieg


Am 1.7.1938 führte er die 12. Staffel der IV./JG 132. Mit ihr verlegte er im Rahmen der Sudetenkrise zunächst nach Oschatz in Sachsen und weitere schnell wechselnde Flugplätze. Im Mai 1939 erfolgte die Umbenennung der Gruppe in I./JG 20. Mit ihr ging es in den Krieg. Die Gruppe war in Schlesien stationiert, ehe sie am 9.9.1939 nach Brandenburg-Briest verlegt wurde, so sie Berlin gegen Luftangriffe schützen sollte. Am 19.9. übernahm Hauptmann Hannes Trautloft die Führung der Gruppe.

Bis Februar 1940 operierte die Gruppe selbstständig, dann wurde sie dem Stab des JG 51, den Oberst Theo Osterkamp führte, unterstellt. Die Bezeichnung I./JG 20 blieb noch bis zum 5.7.1940 erhalten, danach wurde sie als III./JG 51 geführt.
Mit diesem Geschwader nahm er am Frankreichfeldzug teil und schließlich an der "Luftschlacht um England".

Trautlofts Grünherz-Geschwader

Am 25. August 1940 übernahm er von Major Mettig das frisch aufgestellte JG 54, welches für immer mit seinem Namen verbunden bleiben sollte.
Trautloft gab dem Geschwader sein berühmtes Wappen, das grüne Herz mit weißer Umrandung. Dieses wählte er, weil seine Heimat Thüringen durch seinen Reichtum an Wäldern auch als das "Grüne Herz Deutschlands" bekannt war. Das JG 54 wurde so als das "Grünherz-Geschwader" bekannt. Im Zuge seiner Tätigkeit als Geschwader-Kommodore wurde Trautloft zum Major befördert.

Über der Ostfront

Als am 22. Juni 1941 der Angriff auf Russland begann, war das JG 54 einer der ersten Verbände über feindlichem Gebiet. An diesem Tag schoss Trautloft selbst einen russischen Bomber ab. In den ersten vier Tagen vernichtete das Geschwader über 500 feindliche Flugzeuge - also vier komplette Geschwader!

Am 27. Juni erhielt Trautloft, nach seinem 20. Luftsieg, das Ritterkreuz verliehen.
Die Abschusserfolge des Geschwaders stiegen beinahe kometenhaft an. Bis zum Februar 1943 konnte es 3500 russische Flugzeuge abschießen.

Trautloft wird im allgemeinen als ein hervorragender Offizier beschrieben, der sein Geschwader beispielhaft führte. Er ordnete stets seine Wünsche den Problemen des Geschwaders unter. Trautloft hielt einen engen Kontakt zu seinen Piloten um sie anzuspornen und zu ermutigen.

Kampf gegen Bomber und Führung

Die Kommodore-Stelle bei "seinem" "Grünherz-Geschwader" war zweifellos der Zenit in seiner Laufbahn bei der Luftwaffe, denn als ihn Galland im Juni 1943 zum Jagdfliegerinspizient-Ost ernannte fand Trautloft diese Stelle nicht annähernd so befriedigend und ausfüllend wie seine Tätigkeit als Kommodore.

Im Verlauf des Jahres 1944 bemühte sich Trautloft zusammen mit Galland und Lützow um die Bekämpfung der alliierten Bomberströme im Westen und der russischen Luftwaffe im Osten des Reiches.
Zusammen mit Galland und Lützow war auch Trautloft führend an der "Meuterei der Jagdflieger" beteiligt. Er verlor wie die anderen "Meuterer" seinen Posten und wurde zur 4. Flieger-Schul-Division strafversetzt, wo er bis Kriegsende blieb.




Hannes Trautloft beendete den 2. Weltkrieg mit 57 Luftsiegen.

Nach dem Krieg stellte er sich ab 1.10.1957 als Brigadegeneral in den Dienst der Bundesluftwaffe. Dort war er zunächst als Kommandeur des Kommandos der Schulen der Luftwaffe eingesetzt, ehe er 1960 Chef des Luftwaffenführungsstabes wurde. Gleichzeitig hatte er den Posten des stellvertretenden Inspekteurs der Luftwaffe inne. 1962 wurde er auf den Posten des Kommandierenden Generals der Luftwaffengruppe Süd berufen, wo er am 30.6.1970 seinen Dienst als Generalleutnant beendete.

Am 12.1.1995 verstarb der Generalleutnant a.D. Hannes Trautloft in Bad Wiessee bei München.