Helmut Wick




Helmut Wick kam am 5. August 1915 in Mannheim, als Sohn des Bauingenieurs Carl Wick, zur Welt. Der Beruf des Vaters machte viele Umzüge nötig, so wuchsen Helmut und seine beiden Geschwister unter anderem in Heidelberg, Hannover, Danzig und Königsberg auf.
Da er in der Nähe eines Flughafens wohnte erwachte Wicks Begeisterung für das Fliegen. Dies wurde noch verstärkt, als ihm der Vater einen Mitflug spendierte.
Zu dieser Zeit hatte Helmut Wick eine Lehre als Forstgehilfe angefangen, doch als sich die Gelegenheit bot, brach er diese Lehre ab und trat 1935 in die Luftwaffe ein.

Die Karriere vor dem Krieg

Im April 1936 wurde er Fahnenjunker, im Juli 1937 Fähnrich und im November des folgenden Jahres schließlich Leutnant. Auf der Jagdschule war Werner Mölders sein Lehrer und bald auch ein enger Freund.
Sein erster Verband war die 2. Gruppe des Jagdgeschwaders 134, wo er unter Oberstleutnant Max Ibel den Doppeldecker Arado Ar 68 flog. Seine erste Bekanntschaft mit der Bf 109 machte Wick im Januar 1939, nachdem er zur 1. Gruppe/JG 53 versetzt worden war.
Im März kreuzten sich die Wege Wicks und Mölders wieder, als Mölders de Führung von Wicks Staffel übernahm.
Eine weitere Versetzung Wicks erfolgte im September 1939, als er zur 1. Gruppe/JG 2 "Richthofen" kam. Da das Geschwader zum Schutz Berlins eingesetzt war, kam es zu keiner Feindberührung.

Erste Einsätze über Frankreich

Erst am 10. Mai 1940 kam das Geschwader zum Fronteinsatz an der Westfront. Helmut Wick jedoch war nicht dabei. Sein Motor bedurfte einer langwierigen Reparatur, die trotz Nachtschichten der Mechaniker seinen ersten Feindflug bis 21. Mai verzögerte.
Der erste Auftrag war einer Aufklärungsmaschine vom Typ Henschel Hs 126 Begleitschutz zu geben. Das Auftauchen einiger französischer Jäger brachte Wick nicht von seiner Schutzaufgabe ab. Er blieb bei seinem Schützling und griff nicht an.

Am folgenden Tag kam Helmut Wick zu seinem ersten Luftkampf. Als seine Staffel auf 24 französische Bomber und Jäger traf gelangen Wick seine ersten beiden Abschüsse. Am Ende des Monats schoss Wick im Alleingang 2 Torpedobomber vom Typ Fairey "Swordfish" ab. Diese Luftsiege wurden jedoch nicht anerkannt, da es keine Zeugen gab und die Gegner auf feindlichem Gebiet aufschlugen.
Seine nächsten Abschüsse kamen am 5. Juni auf sein Konto, in Gestalt von vier Bloch 152, denen am nächsten Tag nochmals zwei folgten.

Eisernes und Ritterkreuz

Nach seinem 12. Luftsieg, der ihn zum erfolgreichsten Piloten seines Geschwaders machte, wurde er Kapitän der 3. Staffel und bekam das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Am 27. August, nach Beginn der "Luftschlacht um England", folgte seinem 21. Luftsieges die Verleihung des Ritterkreuzes.
Als Hauptmann übernahm Wick am 9. September 1940 die Führung der 1. Gruppe des JG 2.
Bis 5. Oktober hatte es Wick zu 20 weiteren Luftsiegen gebracht und verdiente sich damit das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Bereits am 19. Oktober folgte die Beförderung zum Major. Der 25 jährige war der jüngste dieses Dienstgrades in der Luftwaffe. Gleichzeitig übernahm er die Führung des JG 2.

Wicks Abschusszahlen wuchsen nun ständig an. Am 5. November gingen drei Gegner durch seine Garben zu Boden, am folgenden Tag waren es fünf Maschinen innerhalb von nur 13 Minuten, die er abschießen konnte.

Schicksalstag 28. November

Am Morgen des 28. Novembers erzielte er seinen 55. Luftsieg und wurde so zum erfolgreichsten Jagdflieger bis dahin. Mölders lag mit 54 Abschüssen dahinter, ihm folgte Adolf Galland mit 52 bekämpften Gegnern.

Am Nachmittag startete der Geschwaderschwarm (Wick, Hptm. Rudolf Pflanz, Olt. Erich Leie und Lt. Fiby) erneut zum Feindflug. Über der Insel Wight griffen sie einen Verband aus "Spitfires" an und Wick errang seinen 56. Abschuss, verlor jedoch die Verbindung zu den anderen Deutschen.

Aus Treibstoffmangel zogen sich die Deutschen bald zurück. Hauptmann Pflanz sah, ebenfalls auf sich gestellt, zwei Flugzeuge, die er für Leie und Fiby hielt. Er sah aber auch, dass plötzlich das hinten fliegende Flugzeug das Feuer eröffnete. Pflanz flog auf die beiden zu und konnte schließlich erkennen, dass es eine Spitfire war, die die Maschine mit den Markierungen Wicks abgeschossen hatte. Pflanz konnte den Engländer abschießen und sah dann, dass Major Wick mit dem Fallschirm aussteigen konnte.
Pflanz rief über Funk die Rettungsdienste beider Seiten und kreiste über der Absturzstelle.



Major Helmut Wick wurde nie gefunden.
Er fand den Tod in der Gestalt, wie er sich dies wünschte und es zu Wort brachte:

"Solange ich Gegner abschießen und zum Ruhme des ´Richthofen- Geschwaders´ und zum Erfolg meines Vaterlandes beitragen kann, werde ich ein glücklicher Mensch sein. Ich möchte kämpfen und kämpfend sterben, wobei ich so viele Feinde wie möglich mit mir nehmen möchte."

Helmut Wick starb tatsächlich kämpfend und brachte es auf 56 Gegner, dessen Schicksal er erfüllte, bis einer sein Schicksal besiegelte.