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Bei der wohl ältesten fliegende Bf 109 handelt es sich um die Werknummer
3579, die bei Arado gebaut worden war.
Sie war zunächst beim Lehrgeschwader 2 eingesetzt, das mit dem JG 77 operierte
und soll angeblich auch von Hans-Joachim Marseille geflogen worden sein.
Ihr Verlust wurde am 2.9.1940 ohne Angaben zur Kennung oder Namen angegeben,
Marseilles Bauchlandung war extra vermerkt. Es ist also nicht nachweisbar, dass
Marseille wirklich Pilot dieser Maschine gewesen sein könnte.
Das Flugzeug ging dann zur Reparatur und anschließend an die Ostfront, wo es
schließlich abgeschossen und aufgegeben wurde.
Das Flugzeug ist, zusammen mit einigen anderen Wracks 1991 nach England
gekommen. Für Craig Charleston war es ein aufwändiges Unterfangen, die Maschine
wieder flugklar zu machen, da einige Teile fehlten und der Rest stark korrodiert
war. Der Motor kam von einem Sammler in den USA. Beim Erstflug, im September
1999, traten große Probleme mit der Ölkühlung auf, die erst gelöst werden
mussten. Ansonsten flog sich die Maschine sehr gutmütig, solange man keine
Fehler machte.
Die E-4 trägt heute wieder die Markierungen, die sie am 2.9.1940 getragen hatte
und ihr altes Kennzeichen "weiße
14".
Dann befand sich das Flugzeug im Besitz von David Price, dem Leiter des Museum of Flying in Santa Monica.
Seit 2003 ist das Flugzeug im Besitz eines kanadischen Arztes.

Anfang der siebziger Jahre fasste man bei Messerschmitt den Entschluss, eine
Bf 109 mit Daimler-Benz Triebwerk in die Luft zu bringen. Dazu kaufte man die
HA-1112 M-1L mit der Werknummer 195, die 1959 in Spanien gebaut wurde und
später in einem amerikanischen Museum als "schwarze 8" der I./JG 27
ausgestellt war. Als die Arbeiten im Jahre 1976 aufgenommen wurden, stellte man
fest, dass der Rumpf noch aus deutscher Produktion stammte, also ein
"echter" Bf 109-Rumpf war. Beim Motor handelte es sich um einen
Lizenzbau des DB 605, der 1978 in Schweden erworben und schließlich in
Deutschland überholt wurde. Eine Vielzahl von Problemen drohten das Projekt
immer wieder zum Kippen zu bringen, doch am 23.4.1982 war es schließlich soweit
und die "Gustav" startete zum Jungfernflug.
Bis Mitte 1983 machte sie 49 Flüge und war gern gesehener Gast auf Flugtagen.
Am 3. Juni 1983 bricht die Maschine während eines Starts aus und blieb als
Totalschaden liegen.
Bei MBB beschloss man sich nochmals daran zu machen, das Flugzeug
wiederherzustellen. Aus Frankreich erwarb man einen weiteren Ha 1112-Rumpf
(Werknummer 156) und in Spanien tauchten plötzlich original Lizenzunterlagen
und Konstruktionsunterlagen auf, die den Nachbau beinahe aller Teile der
"Gustav" ermöglichten.
Der Motor hatte kaum Schaden genommen und konnte nach einer Überholung weiter
genutzt werden. Weitere Originalteile wurden beschafft und so gewann die Bf 109
ein originalgetreueres Aussehen. Zudem waren die Flugeigenschaften nach diesem
Neuaufbau erheblich besser. Der zweite Erstflug fand schließlich im Juni 1986,
drei Jahre nach ihrem Beinahe-Ende, statt. Seitdem tourt das Flugzeug, das nun
zur "Messerschmitt-Stiftung" gehört und in einem Hangar der EADS in
Manching stationiert ist, durch die Lande und präsentiert sich auf
Luftfahrtschauen in Europa.
Auf der ILA 2002 in Berlin kam es dann beinahe zur Katastrophe. Während eines Vorführfluges zog die
FM+BB plötzlich eine Rauchfahne hinter sich her und Walter Eichhorn musste den Warbird mit
"stehender Latte" landen. Ist die Bf 109 so schon ein unbequem zu fliegendes Flugzeug, so ist die
Leistung des Piloten umso höher zu bewerten. Zwar gelang die Landung, der Motor war jedoch hinüber.
Was war passiert? Mit der Zeit hatte sich Ölkohlestaub auf der Kurbelwelle abgelagert. Dadurch
lief sie unrund und so kam es dazu, dass schließlich ein Pleuel den Motorblock durchschlug und
ein faustgroßes Loch hineingerissen hatte! Die Reparatur - das heißt der Austausch des Motors - sollte
bis Anfang 2003 geschafft sein, doch es dauerte bis in den Herbst 2004, ehe die FM+BB wieder abhob. Ihren
ersten größeren Auftritt auf einer Flugshow hatte die Maschine dann auf der Hahnweide am 2. September 2005.
(Fotos von diesem Flugzeug befinden sich in der Galerie)

Der Spediteur Hans Dittes, der sich sehr für Flugzeuge aus der Zeit
des 2. Weltkrieges interessierte, besaß neben einigen Bückers Flugzeugen auch
eine spanische Ha 1112 Buchon, den Lizenzbau der Bf 109. Im Jahr 1991
machte er sich daran, aus dieser Buchon einen Bf 109 G-10 zu machen.
Dazu kaufte er einen "Umbausatz" bestehend aus Motor, Motorverkleidung, Motorträger
und einigen anderen Teilen, vermutlich in der Tschechei, auf. Die Motorverkleidung
stammte mutmaßlich aus der Produktion in Regensburg oder Wiener Neustadt. Der Motor
war - laut Herrn Dittes - in einer alten Fabrik entdeckt worden. Es handelte sich
um einen fabrikneuen DB 605 D-1.
Ein guter Freund von Hans Dittes, Friedrich Karl Müller, auch als "Nasenmüller" bekannt
geworden, hatte noch immer das Leitwerk der Bf 109 in Besitz, die er im Krieg geflogen war.
Er bot Dittes das Originalteil an, es stellte sich jedoch heraus, dass der Zustand
für eine flugfähige Maschine zu schlecht war. Daher wurde es nachgebildet und die
G-10 erhielt die Bemalung und die Markierungen von Müller. Leider konnte Müller
"sein" Flugzeug nicht mehr in der Luft erleben, denn er starb nach
Beginn der Arbeiten im Jahre 1991.
Hartnäckig hält sich die Geschichte, die von Dittes selbst in Umlauf gebracht
wurde, aber vermutlich aus dem Reich der Märchen entspringt. Dittes behauptete einen
Originalrumpf einer G-10, unter widrigsten und abenteuerlichsten Umständen aus der
CSSR geschmuggelt zu haben. Dieser Rumpf sollte jetzt angeblich die Basis für diese
G-10 darstellen. Einige Teile aus seiner Buchon sollen zur Komplettierung verwendet
worden sein. Schließlich wurde noch ein Typenschild angebracht, das zu einer 109
gehört haben sollte, die ebenfalls als "Teilespender" benutzt worden sein soll.
Wahrscheinlicher jedoch ist die obige Version.
Anfang 1995 erfolgte die Zulassung als "schwarze 2" der I./NJG 11, mit
der Werknummer 151591 und dem Kennzeichen D-FEHD. Die Werknummer gehört nicht
zu diesem Rumpf, dennoch sollen viele Teile dieses Flugzeuges bei der
Restauration Verwendung gefunden haben. Der Erstflug fand am 13.3.1995 in Mannheim statt.
Noch im selben Jahr ging die G-10 nach England, wo sie von Duxford aus auf vielen
Airshows weltweit zu sehen war. 1996 kehrte sie nach Deutschland zurück und
erhielt das Kennzeichen D-FDME.
Im Frühjahr 1998 spielte sie im Film "Der letzte Flug", der sich um
das Verschwinden des französischen Fliegers und Schriftstellers Antoine de
Saint Exupéry dreht, eine Rolle. Nach Ende der Dreharbeiten erfolgte ihre
Überführung zur Willy-Messerschmitt-Stiftung nach Manching. Am 24.6.1998 wurde
sie bei der Einweisung eines Piloten schwer beschädigt. Bei Rollversuchen brach
sie auf der Betonrollbahn aus. Dabei knickte das rechte Fahrwerk ein und der
Propeller wurde beschädigt. Zudem rollte noch ein Flugplatzfahrzeug in eine der
Tragflächen. Die Reparaturen zogen sich bis ins Jahr 2000 hin, ehe sie am
18.11.2000 wieder abhob.
Nach längerer Ruhezeit startete die "schwarze 2" am 17.4.2003 zum ersten Werkstattflug des
Jahres. Bei der Landung zog sie plötzlich eine weiße Rauchfahne hinter sich her. Nach der
Landung stellte sich heraus, dass ein Pleuel abgerissen war. Die Reparatur dauert noch an,
sollen aber 2006 abgeschlossen sein.
(Fotos von diesem Flugzeug befinden sich in der Galerie)