|
An einen Nachbau ganz besonderer Art hat sich ein Deutscher Bf 109 Fan gemacht. Er
baut eine leicht verkleinerte Bf 109 V-7 nach. Aus Gründen des Gewichts und mit
Rücksicht auf den augewählten 125 PS starken Vierzylinder Reihenmotor - einem umgebauten
Automotor - entsteht das Flugzeug in
Holzbauweise. Das wirkt sich auch gut auf das nachbarschaftliche Verhältnis aus, denn das
Flugzeug entsteht mitten in einem Wohngebiet. Und eine Kreissäge kurz laufen zu lassen, macht
weniger Lärm, als ein ständig arbeitender Nietenhammer.
Nach etwa 4 Jahren Bauzeit sind nur noch kleine Restarbeiten zu erledigen. Auch die Lackierung
steht noch aus. Natürlich wie das Original in hellgrau. Dann beginnt das Einfliegen und die Zulassung.
Als kleine Zugeständnisse während des Baus musste der Erbauer Änderungen an Fahrgestell und
Kabine vornehmen. Der Propeller ist schallgedämpft. Auch die Instrumentierung ist nicht originalgetreu.
Da es sich aber ausschließlich um Rundinstrumente handelt, sieht das Instrumentenbrett dennoch so aus,
als könnte es aus der Zeit stammen. Das Fehlen der Vorflügel könnte auffallen. Dies ist eine Konzession
für das Luftfahrtbundesamt. Einen automatischen Vorflügel, wie bei der "echten" Bf 109 genehmigt zu bekommen
ist eine schwierige Sache und ein mechanischer Vorflügel wäre zu aufwändig geworden. Dafür aber ist
die Motorverkleidung originalgetreu nachgebildet. Informationen erhielt der Erbauer von einem Mechaniker,
der die original V-7 betreut hatte. Die V-7 besaß nämlich keine Bewaffnung und daher waren in der oberen
Motorabdeckung auch keine MG-Öffnungen eingebracht.
Der Erbauer hofft die Zulassung im Jahr 2004 zu erhalten. Dann möchte er sein Flugzeug in den nächsten Jahren
bei diversen Flugshows auch vorführen.
Im Fighter World Museum in Williamtown Australien befindet sich ein 1:1 Nachbau der Bf 109 F-2,
die von Adolf Galland geflogen wurde. Der Nachbau entstand 1987 und ist aus Fiberglas und
Holz hergestellt. Der Großteil des Flugzeuges soll originalgetreu nachgebaut worden sein,
lediglich im Frontbereich sollen sich einige Fehler verstecken. Dem Hersteller stand leider
nur ein Spinner für einen vierblättrigen Propeller zur Verfügung, den er entsprechend abänderte,
um den Dreiblatt-Propeller der Bf 109 zu erhalten. Darunter litt offensichtlich die Optik der
gesamten Frontsektion.
Leider stand das Flugzeug 10 Jahre im Freien und werwitterte dadurch stark. Derzeit befindet
sich die Replik in Restauration. Dabei soll sie auch eine komplett neu konstruierte Front
bekommen und auch das Fahrwerk soll überarbeitet werden. Dann steht die Entscheidung aus, ob es
weiterhin eine Bf 109 F bleiben oder eine "Gustav" werden soll.
(Fotos von diesem Flugzeug befinden sich in der Galerie)
Im Museum des Großen Vaterländischen Krieges in Moskau befindet sich nur ein nicht-russisches Flugzeug. Diese Ehre
kommt der Bf 109 zu teil.
Allerdings handelt es sich bei der ausgestellten Bf 109 F-4 des JG 3 "Udet" um einen kompletten Nachbau in 1:1.
Auch wenn nicht ein einziges Originalteil verwendet wurde, präsentiert sich die F-4 in guter Qualität.
(Ein Foto dieses Nachbaus befindet sich in der Galerie)
In Leipzig entsteht derzeit (Anfang 2002) der Nachbau einer Bf 109 G-14/AS. Dabei kommen auch einige Originalteile, darunter ein DB 605, zum Einbau. Die Arbeiten sind bereits weit fortgeschritten und man darf gespannt sein, ob und wann sich der Nachbau in die Luft erheben wird.