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Im Oktober 1941 erhielten die Arado-Werke den Auftrag einen einsitzigen Schnellaufklärer mit TL-Triebwerken und einfachem Kufenfahrwerk zu entwickeln. Am 17.04.1942 gingen dann die ersten Aufträge zum Bau von Prototypen ein. Recht bald wich man jedoch vom Konzept der Ar 234 A, jener Ausführung mit Kufenfahrwerk, ab und entschloss sich Anfang 1943 eine Schnellbomberausführung mit der Serienbezeichnung Ar 234 B zu entwickeln, die ein einziehbares Dreibeinfahrwerk haben sollte. Es war geplant die ersten Flugzeuge dieser Serie im Oktober 1944 auszuliefern.
Der Erstflug des ersten Prototyps fand am 30.07.1943 statt. Er besaß noch die Kufen, eine Druckkabine und wurde von zwei Jumo 004 Strahltriebwerken angetrieben. Schon beim Erstflug zeigte sich, dass die Ar 234 hervorragend konstruiert und gut zu fliegen war.
Die Arado Ar 234 B befreite nun endlich die Messerschmitt Me 262 aus ihrer Rolle als "Blitzbomber", der sie nicht gewachsen war und übernahm gleichzeitig die Rolle als erster Strahlgetriebener Aufklärer.
Die ersten Ar 234 B wurden bereits im Juli 1944 an die III./ KG 76 ausgeliefert. Bis zum 16.12.1944 wurden 116 der inzwischen als "Hecht" bezeichneten Flugzeuge an die Truppe übergeben, wobei im gleichen Zeitraum sieben Maschinen verloren gingen. Weitere Flugzeuge befanden sich zu Erprobungszwecken bei verschiedenen Dienststellen der Luftwaffe.
Der erste Einsatz der Ar 234 fand am 24.12.1944 statt. Zehn Maschinen bombardierten Eisenbahn- und Fabrikanlagen in Lüttich und Namur. Auch die berühmte Ludendorff-Brücke ("Die Brücke von Remagen") stand auf der Zielliste der "Blitzbomber". Die letzten Einsatzgebiete waren Berlin, Hamburg und Bremerförde, ehe die noch einsatzklaren Ar 234 nach Stavanger in Norwegen verlegten.
Außer der B-Reihe, die den Löwenanteil der produzierten "Hechte" ausmachte, war eine C-Reihe konstruiert worden. Sie wurde von vier BMW 003 Triebwerken angetrieben. Auch eine Nachtjägerversion war noch im Einsatz. Besonders erwähnenswert ist vielleicht noch die Planung einer "AWACS"-Version der Ar 234, zum Bau kam es allerdings nicht mehr.
Die einzige erhaltene Ar 234 ist im Besitz des National Air and Space Museum (NASM) in Washington D.C.. Es handelt sich um die Ar 234 B-2 mit der Werknummer 140312.
Bei Hasegawa ist eben jene Ar 234 B-2 erschienen. Die Japaner bieten drei Bemalungsvarianten an: Die Maschine von Oberfeldwebel Bruchlos, eine Ar 234 in Wintertarnung, geflogen von Hauptmann Regler und eben jene B-2 des NASM. Ich habe mich spontan für die letztere entschieden.

Beim ersten Hinsehen fällt einem die Detaillierung des Cockpits auf. Bis ins
kleinste sind die Instrumente, und Bedienelemente nachgebildet. Allerdings ist es sehr schwierig
die vorgesehen Decals so aufzubringen, dass sie glatt aufliegen und keine Wellen werfen. Wer eine
ruhige Hand besitzt und entsprechend Aufwand betreiben will sollte sich nicht scheuen die
Instrumente zu bemalen, dies ist vermutlich der beste Weg. Ich habe mich für die Decals
entschieden und nur bei scharfem Hinsehen offenbaren sich leichte Wellen im Cockpit, ist es erst
einmal fertig. Insgesamt versammeln sich im Cockpitbereich 30 (!) Teile. Natürlich sollte man
nicht vergessen vor dem Zusammenfügen der Kanzelverkleidungen deren Innenseiten und Rahmen zu
bemalen.
Die nächste Entscheidung, die zu treffen ist, lautet "Kameraausstattung oder nicht". Sie besteht aus weiteren 17 Teilen. Dann steht die Montage des Hauptfahrwerks an. Die beiden Federbeine werden in die jeweiligen Schachtteile montiert und dann an den Innenseiten der beiden Rumpfhälften angebracht.
Ich habe bereits jetzt das Gewicht (ca. 20 Gramm), das verhindert, dass sich die
Arado auf ihren Sporn "setzt", in Form von Bleikugeln hinter dem Cockpit angebracht. Der zur
Verfügung stehende Platz ist reichlich und hat mich dazu verleitet mehr Gewicht anzubringen, als
in der Anleitung angegeben. Nach der Fertigstellung zeigte sich aber, dass dies vermutlich nicht
nötig gewesen wäre und die 20 Gramm ausgereicht hätten. Man muss nur darauf achten, dass man dort,
wo der Fahrwerksschacht später einmal in den Rumpf ragt, genügend Platz bleibt.
Ist der Klebstoff getrocknet kann man die beiden Rumpfhälften zusammenfügen. Nicht vergessen: Schwarzes Garn oder ähnliches zwischen die Hälften der Leitwerksflosse zu kleben, das gibt später die Antenne.
Jetzt montierte ich die Tragflächen. Hier darf sich der Modellbauer ebenso über
Passgenauigkeit der großen Teile freuen, wie beim Rumpf. Ist diese Baugruppe auf dem Rumpf
angebracht, empfiehlt es sich die Antenne fertig zu machen. Dazu müssen zwei Löcher auf dem
Rücken des Flugzeuges gebohrt werden. Das erste befindet sich, erfreulicherweise vorgraviert,
zwischen den beiden inneren Landeklappen. Für das zweite bemühen wir das Augenmaß. Es sollte
sich etwa 5mm hinter der Öffnung, unter der die Kameraausstattung sitzt, befinden. Nun zieht
man den Antennendraht durch das vordere Loch und befestigt ihn im Rumpf. Ein weiteres Stück
Garn wird an die Antenne angeknotet und senkrecht durch das hintere Loch gespannt. Man sollte
jedoch nicht zu weit spannen, die Antenne sollte keinen Knick aufweisen.
Jetzt werden die Anbauteile, wie Triebwerke, Höhenleitwerk etc angebracht. Die Innenteile der beiden Jumo 004-Triebwerke werden auch schon bemalt, sie müssen später beim Lackieren jedoch abgedeckt werden. Auch die noch offenen Stellen im Rumpf werden jetzt geschlossen: Die Abdeckungen an der Ober- und Unterseite des "Kameraraumes" sowie der Bombenträger werden angebracht.
Hat man sich für die Anbringung von Zusatztanks unter den Triebwerken entschieden, empfiehlt es sich auch deren Träger bereits an den Triebwerksgondeln zu installieren.
Dann passt man die Cockpitsektion ein. Jetzt zeigt sich, ob man vorher beim
beschweren mit den Gewichten, genügend Freiraum gelassen hat.
Das Flugzeug ist praktisch zur Lackierung bereit. Bevor ich jetzt allerdings meine Airbrush angeworfen habe, habe ich noch die SC 1000 "Hermann"-Bombe zusammengebaut, da diese dann gleich mitlackiert werden kann.
Wie bereits erwähnt, hatte ich mich entschieden die im NASM ausgestellte "F1 + GS" zu bauen. Dementsprechend ist die oberste der drei Lackierungsvorschläge auszuwählen.
In jedem Fall ist vorher die Verglasung der Kabine abzudecken. Ich nahm handelsübliches Klebeband. In die Ain- und Auslässe der Triebwerke steckte ich gerolltes Papier, das einen ausreichenden Schutz der bereits bemalten Triebwerksinnenteile sicherstellt.
Den Anfang machte ich mit der Oberseitentarnung in RLM 82. Reichlich
geduldaufwändig ist dann das Abkleben für den zweiten Spritzvorgang in RLM 81. Besonders an
den Triebwerksgondeln kann dies einige Nerven Kosten. Die Mühe lohnt sich aber zweifellos.
Den Abschluss der alles in allem unkomplizierten Lackierung machte dann die Unterseitentarnung in RLM 76. Im selben Farbton werden auch die Bugfahrwerksklappen, die Zusatztanks und die Bombe lackiert. Die Bombe erhält dann noch je einen gelben Streifen zwischen die Leitwerksflügel. Diese waren für die SC 1000 charakteristisch, was jedoch leider aus der ansonsten hervorragenden Bauanleitung nicht deutlich wird.
Ein kleines Detail bleibt dann aber noch übrig: Die hinteren Bereiche der Triebwerke müssen noch in "verbranntem Eisen" gespritzt werden. Mit dem Pinsel malt man dann die roten Ringe um die Lufteinlässe der beiden Triebwerke. Hat man dann alles mit Klarlack versiegelt, ist die Lackierung wirklich abgeschlossen.
Jetzt erfolgen die ganzen kleinen Restarbeiten. Zunächst habe ich die Kabine von ihrer schützenden Hülle befreit.
Als nächstes galt es dann den Flieger auf eigene "Beine" zu stellen. Die Reifen
des Hauptfahrwerks sind schnell montiert und auch das Bugfahrwerk lässt sich ohne Probleme in
den Schacht setzen.
Da auch die Montage der Fahrwerksklappen und des Kabels für den Bremsfallschirm am Heck, kein größeres Problem darstellten, kamen nun die letzten beiden Bereiche, vor denen ich anfangs etwas Respekt hatte: Die Montage der R-Geräte unter den Tragflächen und die Bemalung der Cockpitrahmen.
Bei beiden hatte ich keinen Grund, wie sich alsbald herausstellte. Ich lies die Teile der Aufhängung kurz antrocknen, dann montierte ich das fertige Gerät unter die Tragflächen, solange die Klebestellen noch nicht vollständig ausgehärtet waren. So "flutschten" die Aufhängungen regelrecht in die vorgesehenen Öffnungen an den Tragflächenunterseiten.
Für die Bemalung der Kanzelrahmen wählte ich einen sehr feinen Pinsel und seidenmattes schwarz. Nicht vergessen: vor dem Periskop befindet sich noch ein Stück Rahmen, das in RLM 82 gehalten ist. Die einzelnen Schrauben tupfte ich mit einem in Silber getauchten Zahnstocher auf.
Die mitgelieferten Decals sind die Schwachstelle an diesem Modell. Da glänzt Hasegawa nicht gerade mit Details. So sind lediglich die Kennzeichen, die Werknummer am Leitwerk, die Markierungen für die Stufen in der Bordwand und ein paar kleine Markierungen an den R-Geräten vorhanden. Das habe ich ehrlich gesagt schon besser erlebt, allerdings auch schon schlechter.
Nichts desto trotz bietet sich ein hervorragendes Modell, das den Arbeitsaufwand eindeutig wert ist.
| Die Arado Ar 234 B-2 - wie sie aussehen kann: | ||
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