|
Die Bf 109 E "Emil" war zu Beginn des Krieges das Standardjagdflugzeug der Deutschen Luftwaffe. Im Angebot der Firma Revell findet sich die vorliegende E-4/E-7 trop. Die beiden Versionen stimmen technisch beinahe überein, lediglich ein kleines Detail unterschied die beiden Muster: der abwerfbare Zusatztank. Dieser war nötig geworden, da sich die Reichweite des Jägers über England als zu gering erwies.
Der Bausatz kann in drei Versionen gebaut werden, die jede für sich
ihren Reiz haben.
Als E-4 stehen Ausführungen als das Flugzeug von Hauptmann Wick vom JG 2
"Richthofen" vom Oktober 1940 und eine Version als Nachtjäger zur Wahl.
Die Version E-7 trop ist für die Nachbildung eines Flugzeuges von Leutnant
Hans-Joachim Marseille, datiert auf den April 1941, vorgesehen. Es handelt
sich dabei um das Flugzeug, mit dem die Staffel des künftigen "Sterns von
Afrika" auf den Schwarzen Kontinent verlegte.
Ich entschied mich nach einigem Zögern zunächst für die letztgenannte Version, die Maschine Marseilles, ehe ich mich entschloss alle drei angebotenen Versionen zu bauen.
Gewohnt übersichtlich ist die Bauanleitung. Sie lässt nirgends Zweifel offen und auch ein unerfahrenerer Modellbauer dürfte ihr leicht folgen können.
Begonnen wird mit dem Cockpit. Es ist sehr aufwändig ausgearbeitet. Sowohl die Seitenteile, als auch die übrigen Teile sind vorbildlich. Griffe, Hebel, Trimmräder und sogar Gurtschlösser sind mühelos zu erkennen.
Der Trend des Cockpits setzt sich überall fort. Auch die Oberflächen des Rumpfes und der Tragflächen sind fein graviert. Lediglich bei den Auspuffreihen wurde etwas lieblos agiert. Die entsprechen ganz und gar nicht dem Original.
Die Rumpfhälften passen erstaunlich gut zusammen, was bei Revell-Modellen - nach meiner Erfahrung - nicht immer so ist. Auch die Tragflächen bieten keine Probleme und so kommt man mit einem minimalen Aufwand an Spachtelarbeit aus. Nicht vergessen: Vor der Montage der beiden Rumpfhälften sollte das Loch für die Antenne gebohrt werden. Es gehört auf die linke Rumpfhälfte, auf Höhe des Mannlochdeckels.
Auch bei der Montage des Rumpfes auf die fertig montierten Tragflächen
entstehen keine störenden Spalten. Hat man sich - wie ich - für die E-7
entschieden, so darf man nicht vergessen das Loch für den Tank zu bohren.
Ich habe dann die Motorabdeckung nur provisorisch angebracht, um sie mit dem
Flugzeug lackieren zu können, aber die beiden MG-Läufe erst nach der
Lackierung anbringen zu können. Auch der Propeller wird erst danach
angebracht.
Schon jetzt muss man allerdings die Kabinenhaube anbringen. Etwas ungewöhnlich ist die Kopfpanzerung. Diese muss man nämlich selbst "basteln". Dazu ist eine Schablone aufgemalt. Ich habe diese, um die Bauanleitung nicht zerschneiden zu müssen, kopiert, verstärkt, ausgeschnitten und bemalt. Sie wird dann schließlich mit Sekundenkleber in der Haube angeklebt, nachdem die Innenrahmen der Haube bemalt sind. Schließlich wird die Verglasung angebracht.
Nun deckt man die Klarsichtteile ab. Ich verwendete hierzu "Color Stop" von Revell. Dies ist eine Art Gummilösung, die mit dem Pinsel aufgebracht wird und nach der Lackierung wieder entfernt werden kann. Alternativ bieten sich selbstklebende Maskierfolien an, die dann aber natürlich erst in Form geschnitten werden müssen.
Nun kommt die Airbrush zum Einsatz. Die Unterseite der "Messerschmitt"
wird bei Marseilles Flugzeug mit RLM 65 lackiert. Ich verwendete dafür
Acryl-Farben der Firma JPS. Ist diese Arbeit erledigt, folgt die Oberseite
mit RLM 79. Vor der Aufbringung der "Flecken" habe ich den Propeller, die
MGs und schließlich die Motorhaube (endgültig) angebracht.
Bei den "Flecken" habe ich mich für das Dunkelgrün RLM 80 entschieden.
Hierfür gibt es keine gesicherten Angaben, da die Luftwaffe in Ermangelung
ihrer Ausrüstung für den Wüstenkampf in der Frühzeit auf italienische
Farben und allerlei "kreative" Mischungen zurückgreifen musste.
Da für das Rumpfband kein Decal vorliegt, bleibt dem Bastler keine
Wahl, als das Band per Hand zu malen oder mit der Spritzpistole
aufzubringen. Das Band und die Unterseiten der Tragflächenspitzen sind in
RLM 02 weiß gemalt.
Nun folgt noch die Versigelung des Anstriches mit Klarlack. Das verhindert
auch glänzende Stellen auf dem Modell.
Nun ist noch die Maskierung der Kabinenhaube zu entfernen und die Rahmen der Verglasung - ebenfalls in RLM 79 - zu bemalen. Schließlich folgt noch der Pinseleinsatz für die Details. Flächen-MGs, Auspuffreihe und Spornrad sind noch zu bemalen.
Reichhaltig ist der Satz an Schiebebildern. Viele kleine Details
bringen schließlich ein sehr gutes Modell hervor. Kritik ist hierbei das
Heck. Es fehlen Werknummer und - natürlich - das Hakenkreuz. Die
Abschussbalken geben eine falsche Zahl an Luftsiegen an. Als Marseille mit
diesem Flugzeug nach Afrika kam, hatte er sieben Abschüsse am Kanal erzielt.
Beim Überführungsflug trat ein Defekt am Motor auf, so dass er notlanden musste.
Er kam also ohne Flugzeug - im Auto eines Generals - auf seinem Einsatzflugplatz
an.
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen hilft man eben mit dem Skalpell etwas
nach und korrigiert die Decals entsprechend.
Leider fehlen auch Markierungen am Abwurftank. Zumindest hätte Revell den
Schriftzug "Keine Bombe" mitliefern können.
Nun folgen noch die Restarbeiten. Der Antennenmast muss angebracht und der Antennendraht entsprechend verspannt werden. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt zur Montage der Fahrwerksbeine, der Ausgleichsgewichte an den Querrudern, des Zusatztanks und des Staurohres unter der linken Tragfläche. Hierbei muss noch etwas "nachgeholfen" werden, denn das für das Staurohr vorgesehene Loch in der Tragfläche wird durch das Balkenkreuz überdeckt. Das Decal muss also erst wieder durchbohrt werden, bevor das Bauteil montiert werden kann.
Im Unterschied zur E-7 trop hat die E-4 keinen Zusatztank. Der Träger und
die nötigen Einrichtungen waren bei diesem Modell noch nicht vorgesehen.
Da es sich um keine Tropenausführung handelt, wird auch kein Sandabscheider
benötigt und auch der Spinner ist geändert.
Bis auf diese drei Details ist der Zusammenbau genau wie bei der E-7 trop.
Es empfiehlt sich, die Motorhaube, die ja gelb gespritzt wird, erst anzubringen, nachdem das Tarnkleid der Messerschmitt komplett aufgetragen wurde.
Das Modell stellt bei der Lackierung die größeren Ansprüche an den Bastler, denn die Splintertarnung an den Rumpfseiten ist wohl für ungeübte eine Herausforderung. Auch die etwas seltsam anmutende Farbkombination ist eine der Besonderheiten dieses Modells. Es handelt sich um eine - an sich nur während der Luftschlacht um England gebräuchliche Kombination aus RLM 02 (Hellgrau) und RLM 71. Die Grundfarbe des Rumpfes ist RLM 65.
Der gesamte Rumpf und die Unterseiten der Tragflächen werden zunächst in
RLM 65 lackiert. Da die von mir benutzten JPS-Acrylfarben etwas empfindlich
sind, wurde bei mir eine Versiegelung mit Klarlack nötig.
Nun klebt man - leicht wellig - die Trennlinie zwischen Oberseiten und
Seitentarnung ab. Auch der "Mittelstreifen" - quer über den Rumpfrücken -
sowie die RLM 02 zu lackierenden Stellen auf den Tragflächen werden
sauber abgedeckt. Nun erfolgt die Lackierung der dunklen (RLM 71) Flächen.
Wieder muss ausreichend Trockenzeit einkalkuliert werden, ehe mit RLM 02
lackiert werden kann. Ist auch diese Farbschicht ausgehärtet empfiehlt sich
eine weitere Klarlackschicht, bevor es zum "kitzligsten" Teil der Tarnung
geht: den Rumpfseiten.
Ich habe diese "frei Hand" gespritzt und schließlich die Seiten allgemein noch
leicht abgetönt, indem ich einen dünnen Film Farbe flächig aufgebracht habe.
Die abschließende Lackierung beinhaltet die gelbe Nase, den gelben Spinner, die gelben Tragflächenspitzen und die gelbe Leitwerksflosse. Ist dies alles erledigt erfolgt eine letzte Versiegelung mittels Mattlack.
Nun folgen die Restarbeiten: Die Montage des 2-farbigen Spinners, der
Motorhaube und die Detaillackierungen.
Das Anbringen der Decals geht auch ohne weitere Probleme von der Hand.
Einige Decals fehlen jedoch scheinbar. Dies fällt allerdings wohl nur bei
gezieltem Blick auf. Wer das möchte kann diese jedoch aus den - eigentlich
für Marseille zugedachten - Decals ergänzen.
So oder so bietet das Modell, nach dem Mattlack-Finish, einen ebenso lohnenden
Anblick wie das Marseille-Modell.
Die E-4 in der Nachtjagd-Version wird an sich so gebaut, wie die oben genannte von Helmut Wick. Da ber die Lackierung - weil ja nur in einer Farbe - wesentlich einfacher ist, kann man das Modell annähernd fertig bauen, bevor man mit der Lackierung beginnt.
Ich habe daher das Modell bis auf den Propeller fertig gebaut. Die Motorhaube habe ich allerdings vorläufig nur provisorisch an. Nach dem Abdecken der Cockpit-Haube verrichtet dann die Airbrush ihren Dienst.
Ist die Farbe getrocknet, löst man vorsichtig die Motorhaube. Jetzt können die beiden MG 17 und der Propeller problemlos eingebaut werden, anschließend bringt man die Motorhaube wieder an. Jetzt kann man die Kennzeichen dieser Maschine auftragen. Anschließend empfiehlt sich eine Fixierung mit mattem oder seidenmattem Klarlack.
Nun präsentiert sich das Modell in seinem - ungewöhnlichen - Nachtanstrich. Damit dürfte es aus jeder Modellsammlung hervorstechen, denn schließlich gingen auch die Nachtjäger später von einem rein schwarzen Tarnanstrich ab.
| Die Bf 109 E-7 trop von Hans-Joachim Marseille: | ||||
|---|---|---|---|---|
![]() |
![]() |
![]() |
||
| Die Bf 109 E-4 von Helmut Wick: | ||||
|
||||
| Die Bf 109 E-4 als Nachtjäger: | ||||
|
||||