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Im Jahr 1941 betrat das Deutsche Afrika Korps (DAK) den Boden Lybiens. Für Deckung aus der Luft sorgte damals die 1. Gruppe des Jagdgeschwaders 27. Zu diesem Verband gehörte damals ein Mann, der sich wohl zum besten Fliegeras entwickelt hätte, wäre er nicht am 30. September 1942 durch einen Motorschaden abgestürzt: Hans-Joachim Marseille.
Die Maschine des "Sterns von Afrika, wie der junge Pilot bald genannt
wurde, ist bei einigen Herstellern als Modell erschienen. Auch Hasegawa
bietet ein Modell im Maßstab 1:48 an.
Dieses Modell habe ich mir einmal angeschafft und gebaut.
Die Japaner, in Deutschland von der Firma Faller vertrieben, hat sich einen guten Ruf erworben, was die Qualität ihrer Modelle angeht. Auch diese Bf 109 F macht da keine Ausnahme und bestätigt diesen Ruf.
Die Bauanleitung ist nicht unbedingt ein Musterbeispiel, was die
Übersichtlichkeit angeht, dennoch sollte das kein größeres Hemmnis an der
Freude sein, die der Bausatz bietet.
Für das Modell werden insgesamt 22 Farben benötigt. Sie werden im Code der
Firmen Gunze und Mr Color angegeben - und müssen daher bei Bedarf erst
übertragen werden.
Das Cockpit versteht es mit primitiven Mitteln einen doch ansprechenden Eindruck zu bieten, was durch die feine Ausarbeitung der kleinen Teile erreicht wird. So sind zum Beispiel die beiden Handräder für Höhen- und Seitenrudertrimmung zu nennen. Aber auch die Abdeckung für die ins Cockpit hineinragende MG 151 Motorkanone wurde nicht unterschlagen. Auch das Instrumentenbrett macht einen originalgetreuen Eindruck, wenn es entsprechend bemalt wird.
Gerade die großen Bauteile, namentlich die Tragflächen und Rumpfteile passen erfreulich genau zusammen, so ist nur minimale Spachtelarbeit notwändig. Nun ist noch darauf zu achten, dass die zur gewünschten Ausführung gehörigen Löcher in die Tragflächen (zur Befestigung des Trägers für den Abwurftank) und in die Motorverkleidung gebohrt werden. Natürlich sollte man auch die Antenne nicht vergessen. Dazu ist ein Loch in die linke Rumpfhälfte zu bohren. Leicht versetzt zur Mitte und oberhalb des Mannloches, hinter Rumpfspant 5, ist es dazu nötig ein Löchlein zu bohren. Man führt einen Faden hindurch und schließt das Loch wenn nötig wieder mit Spachtelmasse.
Als nette Beigabe kann man die Lande- und Spreizklappen an der
Flügelendleiste sowie die Vorflügel in verschiedenen Betriebszuständen
anbringen. Ich habe die Landeklappen "ausgefahren".
Auch bei den Reifen besteht die Auswahl zwischen "einfachen" aus Kunststoff
und solchen, die aus Resin gegossen sind. Weiterhin liegen dem Modell zwei
verschiedene Kabinenhauben bei.
Ist das Modell soweit fertig und der Antennenmast angebracht, spannt man noch den Antennen"draht" (Faden) vom Seitenruder zum Mast und verspannt ihn mit dem Faden, der am Rumpf angebracht ist.
Nun deckt man die Klarsichtteile ab. Ich verwendete hierzu "Color Stop" von Revell. Dies ist eine Art Gummilösung, die mit dem Pinsel aufgebracht wird und nach der Lackierung wieder entfernt werden kann. Alternativ bieten sich selbstklebende Maskierfolien an, die dann aber natürlich erst in Form geschnitten werden müssen.
Ich habe mich für eine der drei angebotene Varianten von Hans-Joachim
Marseilles F-4 entschieden. Ich wählte die auf September 1942 datierte Maschine,
die Werknummer 8673, die aber eigentlich eine F-2 trop war. Das Leitwerk der
berühmte und gefürchteten "gelben 14" trägt hier bereits 151 der 158
Abschüsse des "Virtuosen" Marseille.
Alternativ stehen die Variationen von Februar und Juni 1942, sowie die Flugzeuge
von Franz Schwaiger (6./JG 3) und Major Rödel, dem Kommandeur des JG 27, aus
dem Juni 1943 zur Auswahl.
Zur originalgetreuen Lackierung verwendete ich "original" RLM-Farben von
JPS. Diese sind auf Acryl-Basis. Leider blättern sie manchmal beim "demaskieren"
ab, wenn man also Klebestreifen oder -folie entfernt.
Hasegawa gibt für das "Himmelblau" der Bauchseite - RLM 78 - eine Mischanleitung
aus drei Farben an, die das gewünschte blau hervorbringen sollen. Wie gesagt,
ich habe mich auf dieses Experiment nicht eingelassen.
Ist die Unterseite mit RLM 78 gespritzt, klebt man sie an der gewünschten Stelle ab, um die Oberseitentarnung in RLM 79 "Sandbraun" aufzuspritzen. Da alle Farbübergänge in geraden Linien verlaufen stellt die Lackierung keine besonderen Ansprüche und ist schnell erledigt. Schließlich folgen noch einige Details: Die weißen "Nasen" und Flügelspitzen, die auf den Kriegsschauplatz Afrika hindeuteten, die Fahrwerksschächte, sowie die Positionslichter. Abschließend noch ein Finish mit Klarlack zur Versiegelung der etwas empfindlichen Farben, fertig! - Fast fertig.
Was fehlt denn noch? Ganz klar: Die Rahmen der Kabinenhaube. Auch die sind natürlich mit RLM 79 zu lackieren. Ich nahm einen feinen Pinsel dazu. Allerdings kann man natürlich die Rahmen beim Abkleben mit Folie bereits von Beginn an aussparen und die Lackierung bereits im ersten Durchgang mit der Airbrush erledigen.
Die stellen kein besonderes Problem dar. Erfreulich, wie umfangreich der
beiliegende Decal-Bogen ist. Wir arbeiten uns von den großen Schiebebildern,
wie zum Beispiel den Balkenkreuzen, zu den filigraneren durch.
Leider liegen - typisch für Deutschland - die Hoheitszeichen, also die
Hakenkreuze nicht bei. Ohne sie ist das Modell jedoch nicht originalgetreu.
Also muss man sich auf die Suche nach entsprechenden Anbietern machen, was
innerhalb Deutschlands nicht so einfach ist. Am einfachsten ist es vielleicht
sich an Hersteller aus den USA zu halten.
Wenn man sauber gearbeitet hat, so wird dieses Hasegawa-Modell zu einem Blickfang in der Sammlung. Dafür dürfte allein schon die Farbe der Wüstentarnung sorgen, die aus allen übrigen Tarnschemen wohl deutlich hervorstechen wird.
| Die Bf 109 F-4 trop von Hans-Joachim Marseille: | |
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