Bei diesem Bf 109 Modell handelt es sich um einen wenig aufwändigen Bausatz. Er besteht im ganzen aus 39 Bauteilen und auch die beiliegenden Schiebebeilder sind nicht gerade reichhaltig. Der Bogen enthält neben den 6 Balkenkreuzen noch das blau-weiß-blaue Rumpfband, die beiden Kennnummern - "gelbe 7" - und die Zahlen für die Rumpfspanten.
Auch wenn der Bausatz nicht besonders umfangreich ist, habe ich mich dazu entschlossen ihn weitestgehend "aus dem Kasten" zu bauen. Lediglich bei der Lackierung bin ich etwas von der Anleitung abgewichen, dazu später noch etwas.
Das Cockpit hält sich nicht mit überflüssign Details auf. Hier werden Instrumentenbrett, Steuerknüppel, Sitz und Revi einfach zwischen die beiden Rumpfhälften gepackt, auf deren Innenseiten die Konturen der Seitenwände angedeutet sind.
Die Linke Rumpfhälfte wird noch vor der Montage mit Aussparungen in Seitenflosse, hinter der Kanzelverglasung und auf dem Rücken versehen, in die dann die Antennendrähte geklebt werden. Diese Art Der Montage ermöglicht es, die Drähte vorbildgerecht zu verspannen, ohne dass die Fäden irgendwo durchhängen. Das sich daraus ein Problem ergab, merkte ich erst später: Durch den Antennendraht wurde die Verwendung des Rumpfband-Decals unmöglich, da in diesem natürlich kein Loch vorgesehen ist. Dadurch wurde ich gezwungen das Band per Hand aufzumalen.
Nun, nachdem die Antenne angebracht und das Cockpit, sowie die Auspuffkrümmer angebracht sind, kann man die beiden Rumpfhälften verbinden. Überraschend für den niedrigen Preis, der einmal bei 10 DM (etwa 5 Euro) lag, passen die beiden Teile beinahe perfekt und ohne Spannung zusammen. Selbiges trifft auch auf die Tragflächen zu und sogar - mit geringen Abstrichen - für die Montage der Flügel an den Rumpf. Hierbei entstand an der Hinterkante des Tragflächenteils eine kleine Kante, die aber durch Spachtel- und Schleifarbeit behoben werden kann.
Es sind im Prinzip auch nur noch das Höhenleitwerk und die Kabinenhaube zu montieren, dann geht es schon auf die Lackierung zu.
Ist die Kabine entsprechend abgeklebt oder anderweitig gegen Farbe
geschützt kann es losgehen.
Ich hatte mich ursprünglich für eine an die "G-10" der Messerschmitt-Stiftung
angelehnte "Superbeule" entschieden, wollte diese ursprünglich auch nachbauen,
gab dieses Vorhaben jedoch aufgrund der fehlenden Decals auf. Heraus kam
dann schließlich eine an jene G-10 angelehnte, mit den vorliegenden Decals
versehene "Kreuzung".
Die Tarnbemalung entspricht ungefähr dem flugfähigen Exemplar, von ihm stammen auch die auf dem Fahrwerk angebrachten, roten Markierungen, die eine MW-50-Anlage anzeigten. Die Bauchseite ist in RLM 76 lackiert, die Oberseite in RLM 82 (Dunkelgrün) und RLM 75 (Mittelgrau). Die schwarze Schnauze entspricht der Bauanleitung.
Nun geht es an die kleinen Details. Zunächst ist das Rumpfband aufzumalen, sollte man nicht auf die Antenne verzichtet haben. Die Maschinengewehre über dem Motor und die Auspuffreihenerhalten ihre Farbe ebenso, wie die Fahrwerksschächte und das Spornrad. Nun wird das Ergebnis mit Klarlack versiegelt.
Den niedrigen Preis des Bausatzes nahm ich als Grund erstmals eine
Verschmutzung aufzutragen. Im Vorfeld machte ich mich dazu folgende Gedanken:
Wo tritt Verschmutzung auf? Wie stelle ich diese dar? - Da die
"Messerschmitt" nicht unbedingt ein sauberes Flugzeug war, entstanden - aus
zahllosen Fotos zu ersehen - starke Verrußungen an den Seiten und über die
Tragflächen. Auch an den Waffen entstehen Pulverspuren. Und was kann Ruß
originalgetreuer widergeben als Ruß? Zugegeben, auf die Idee bin ich
nicht alleine gekommen: Man nehme eine Kerze und ein Glas, halte das
Glas eine Weile über die Kerze und schon hat man eine Menge Rußpartikel, die
man mit einem Pinsel auf das Modell auftragen kann.
Ist man mit seiner Verschmutzung zufrieden sollte man diese allerdings
unbedingt nochmals mit Klarlack fixieren.
Wie gesagt, die Decals sind ein auffälliger Schwachpunkt des Modells. Nicht nur die beschränkte Menge sondern auch die Qualität lässt zu wünschen übrig. Beim Auftragen blieb der Klebstoff nämlich als gelbe Schlieren deutlich sichtbar, die man nur durch starken Druck mittels Wattestäbchen halbwegs verreiben kann. Dennoch sind die Balkenkreuze unter den Tragflächen meines Modells bedauerlicherweise gelb umrandet.
Sind die Decals angebracht erfolgt die letzte Versigelung mit Mattlack. Dies hat den Effekt, dass die Decals nicht glänzen und damit "auflackiert" erscheinen. Ganz nebenbei schützt es die Aufkleber vor späteren Beschädigungen.
Nun erst erfolgt die Anbringung der Fahrwerksbeine und des Propellers. Der Spinner ist schwarz gestrichen und zu einem Teil mit dem "Kullerauge" in weiß versehen. Auch Antennen, Ausgleichsgewichte für die Querruder und Abwurftank werden jetzt ergänzt.
Trotz des verschwindend geringen Preises präsentiert sich das Modell schließlich als durchaus ansehnlich. Bei genauem Hinsehen wird man sicher feststellen können, wo die Schwachpunkte - Stichwort Decals - liegen, einem etwas weniger prüfendem Blick hält die "Superbeule" aber ohne Probleme Stand und bietet damit ein erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis.